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Fritz Viertel auf dem Landesparteitag der Brandenburger LINKEN im Februar 2012

»Mich motiviert der Traum von einer besseren Welt«

Fritz R. Viertel ist seit August 2012 Vorsitzender des Ortsverbandes DIE LINKE Schöneiche bei Berlin. In einem Interview für die Kreiszeitung "Widerspruch" stellt er sich, seine politische Herkunft und seine Motivation vor.

 

Fritz, warum wird man als 20-Jähriger Ortsvorsitzender der LINKEN in Schöneiche? 

Fritz Viertel: Weil man gefragt wird. Die bisherige Vorsitzende war gleichzeitig auch Vorsitzende der Fraktion in der Gemeindevertretung und außerdem vielfältig aktiv in anderen Initiativen. Sie wollte davon etwas abgeben. Ich habe dann überlegt, ob ich mir das vorstellen kann und habe „ja“ gesagt. 

Wie lange machst du schon Politik? 

Ich bin seit 2008 politisch aktiv. Damals bin ich in die Linksjugend ['solid] eingetreten, weil mir in meinem Schulalltag vieles aufgefallen ist, was mich störte. Ich wollte eben nicht mehr nur meckern. Parallel dazu bin ich in den neuen Schöneicher Jugendbeirat hineingerutscht. In den vergangenen vier Jahren habe ich viel überparteiliche Schüler- und Jugendvertretungsarbeit gemacht. 2010 bin ich dann in DIE LINKE eingetreten und war seitdem im Ortsvorstand aktiv. 

Gibt es prägende Erfahrungen für dich aus der Politik?

Es vor allem zwei konkrete Projekte, die ich erfolgreich mitgestaltet habe. Da war zum einen die erste Direktwahl eines Schülersprechers im Land Brandenburg. Dabei habe ich erlebt, wie die angeblich so „politikerverdrossene“ Jugend in den zwei Wochen Wahlkampfzeit heiß diskutiert hat über sehr politische Themen. Es gab dann auch eine sehr hohe Wahlbeteiligung. 

Zum anderen hat der Jugendbeirat in Schöneiche eine antifaschistische Konzertreihe auf die Beine gestellt. Zwei Jahre nacheinander hatten wir damit eine rappelvolle Kulturgießerei. Das war ein sehr schönes Gefühl, so wirksam ein Zeichen gegen Nazis zu setzen! 

Was davon möchtest du mit in den Schöneicher Ortsverband der LINKEN tragen? 

Persönlich möchte ich gern das Thema „Beteiligung“ in DIE LINKE mitnehmen. Schon im Rahmen der Wahl von Katja Kipping und Bernd Riexinger ist viel von einer Erneuerung der LINKEN im 21. Jahrhundert gesprochen worden. Das bedeutet für mich in erster Linie auch eine strukturelle Modernisierung. Ideen dazu möchte ich gern in meiner Basisorganisation diskutieren und dann auch in die höheren Ebenen der Partei tragen. 

Wagen wir mal den Blick in die Zukunft: Wo möchtest du in zwei Jahren stehen? 

In zwei Jahren sind Kommunalwahlen in Brandenburg. Bis dahin müssen wir es schaffen, bei derzeit stark schwindenden Kapazitäten an der Basis einen guten Wahlkampf zu organisieren. Das geht aus meiner Sicht nur, wenn wir zum einen neue Mitstreiter gewinnen – auch junge, denn ich würde zum Beispiel gern einen Jugendwahlkampf machen. Zum anderen müssen wir die Kräfte der Partei in der Region bündeln. Außerdem sollten wir mit unseren inhaltlichen Schwerpunkten weitergekommen sein: Längeres gemeinsames Lernen, kommunale Energiewende, mehr Einwohnerbeteiligung und eine soziale Haushalts- und Finanzpolitik. 

Abschließend: Was würdest du einem anderen 20-Jährigen mit auf den Weg geben? 

Mich motiviert in meinem politischen Engagement immer, dass ich einen Traum habe, eine Vision von einer besseren Welt. Das wünsche ich eigentlich allen, nicht nur den 20-Jährigen. Solche Träume zu entwickeln und dann den Mut zu haben, damit offensiv umzugehen, sich selbst wie anderen gegenüber und damit hinauszugehen in die harte Realität, um diese Träume einzufordern. Dafür streite ich, mit zahlreichen Menschen in und um DIE LINKE, um wenigstens einige dieser Träume am Ende wahr werden zu lassen. 

Vielen Dank.

Hören Sie das Interview hier ungekürzt als Audio-Datei.

Die Fragen stellte Sven Kindervater, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE in der Gemeindevertretung Neuenhagen bei Berlin. 

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