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Bezahlbares Wohnen ist weiterhin die soziale Frage in Schöneiche

In letzter Zeit wurde in Schöneiche viel über die Ortsentwicklung diskutiert. Zum Beispiel über Ideen für die Entwicklung der „Alten Gärtnerei“ (zwischen Kalkberger und Woltersdorfer Straße). Immer wieder war da zu hören, der Neubau bezahlbarer Mietwohnungen sei überflüssig. Es gebe in unserer Gemeinde doch gar kein Wohnungsproblem.

Gibt es in Schöneiche (k)ein Wohnungsproblem?

Das mag sich so anfühlen, wenn man warm und trocken in seiner Eigentumswohnung oder im inzwischen abbezahlten Eigenheim sitzt. Die Lebensrealität vieler, oft junger Leute, sieht allerdings ganz anders aus: Wer nach der Schule zu Hause ausziehen, aber im Ort bleiben möchte, hat auf dem Wohnungsmarkt praktisch keine Chance. Ähnlich geht es jungen Familien, die Nachwuchs erwarten und sich vergrößern wollen. Ein Eigenheim für eine halbe Million Euro ist selbst mit gutem Gehalt als Polizistin, Krankenpfleger, Straßenbahnfahrerin oder Verwaltungsmitarbeiter unerreichbar. Doch auch bezahlbare Ein- bis Vierzimmerwohnungen sind hier kaum zu finden. Rund 50 Wohnungen fehlen allein für niedrige Einkommen (mit WBS), pro Jahr! Wir wollen bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit kleinen und mittleren Geldbeuteln sichern. Neubau ist ein Baustein dafür. Er allein wird das Problem aber nicht lösen.

Bausteine für bezahlbares Wohnen

Wir wollen, dass Schöneiche ein Wohnort für alle Einkommensgruppen bleibt. Doch davon entfernt sich unsere Gemeinde zusehends. Weil die Boden- und Mietpreise immer weiter steigen, wird es für Familien wie für Alleinstehende mit kleinen oder mittleren Einkommen immer schwerer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Um das zu ändern, schlagen wir verschiedene „Bausteine“ vor:

  1. Leerstand vermeiden. Die Gemeinde sollte Leerstand erfassen und nötigenfalls verbieten. Wir wollen außerdem Wohnraum vermitteln, z.B. die alleinstehende Seniorin mit zu viel Platz mit einer jungen Familie mit zu wenig Platz zusammenbringen. Sie könnten die Wohnungen tauschen oder Lösungen für das Zusammenleben unter einem Dach finden.
  2. Mietenanstieg bremsen. Wir fordern eine Mietdatenbank anstelle des Mietspiegels. Alle Mieten (nicht nur mangelhafte Stichproben) müssen darin erfasst werden und in die Berechnung der „ortsüblichen Vergleichsmiete“ einfließen.
  3. Gemeinwohl vor Profit. Genossenschaften und gemeinschaftliche Wohnprojekte sollten stärker unterstützt und gezielt als Partnerinnen für eine soziale Wohnungspolitik geworben werden, z.B. durch die günstige Verpachtung von Gemeindegrundstücken.
  4. Mehr Mietpreisbindung wagen. Um die Anzahl günstiger Mietwohnungen zu erhöhen, sollte die Gemeinde versuchen, schon vorhandene Mietwohnungen oder Belegungsrechte für solche Wohnungen zu erwerben. Damit können Menschen mit niedrigen Einkommen zu fairen Mietpreisen versorgt und der Mietenanstieg auf dem örtlichen Wohnungsmarkt gedämpft werden.
  5. Gemeindewohnungsbau. Der Neubau günstiger Mietwohnungen muss beschleunigt und ausgeweitet werden. Wir wollen dabei auch Angebote für spezielle Zielgruppen (z.B. für junge Leute) schaffen. Dafür ist Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft erforderlich.
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