19. Oktober 2017

Länger (gemeinsam) lernen in Schöneiche?

Werden alle Schöneicher Kinder künftig länger gemeinsam lernen können? (Bild: CC0 Creative Commons)

Seit Jahren wünscht sich Schöneiche wieder eine weiterführende Schule. Eine Privatschule kam nicht zustande. Der Landkreis als zuständiger Schulträger verweigerte eine öffentliche Bildungseinrichtung ab Klasse 7. Bisher.

Mit dem neuen Landrat und dem neuen kreislichen Schulentwicklungsplan (SEP) könnte sich das nun ändern. Denn auf Initiative des Bildungsausschusses beschloss die Gemeindevertretung im Juli 2017 einstimmig eine Stellungnahme an den Landkreis. Ziel: Schöneiche sollte, als wachsende Gemeinde, endlich als Schulstandort berücksichtigt werden. Nach Gesprächen, Beratungen und einem von allen Schöneicher Kreistagsabgeordneten unterstützten Änderungsantrag beschloss der Kreistag Anfang Oktober den neuen SEP. Darin wird Schöneiche eine weiterführende Schule zugesagt, sofern das Bevölkerungswachstum anhält.

Um das nachzuweisen ließ die Gemeinde einen eigenen SEP erarbeiten. Dessen Entwurf wurde Mitte Oktober im Bildungsausschuss vorgestellt. Er zeigt, dass die Schülerzahlen sich positiv entwickeln. Eine Erweiterung der Grundschulen wird nötig sein. Er belegt außerdem: Gut die Hälfte der Kinder geht nach der Grundschule auf ein Gymnasium. 67 Prozent besuchen eine Schule mit der Möglichkeit, ein Abitur zu erwerben. Eine etwaige weiterführende Schule in Schöneiche bräuchte also ebenfalls eine gymnasiale Oberstufe, um erfolgreich zu sein.

Im Entwurf des SEP wird allerdings nur das Gymnasium als Schulform geprüft. Aus Sicht der Linksfraktion ist das nicht ausreichend. Denn ein Gymnasium könnte eben nur rund die Hälfte der Schöneicher Kinder tatsächlich besuchen. Im SEP sollte deshalb eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe als zweite Option untersucht werden. Bei einer solchen Schule gäbe es keine Zugangshürden. Außerdem könnte die Gesamtschule mit einer Grundschule zu einem Schulzentrum zusammengeführt werden. Dann wäre es möglich, dass alle Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse oder bis zum Abitur gemeinsam lernen. Ohne nach der 4. oder 6. Klasse entscheiden zu müssen, ob sie gut genug für ein Gymnasium sind. Das wäre eine Schule für alle Kinder im Ort.

Die Linksfraktion hat den Bürgermeister und das Planungsbüro deshalb gebeten, diese Optionen im SEP zu ergänzen. Den Brief finden Sie im Wortlaut unten als PDF-Dokument. Die Entscheidung darüber, ob und welche Schule in Schöneiche errichtet wird, liegt am Ende jedoch beim Landkreis.

 

 

Lernen mit links. Information & Diskussion zur Schöneicher Schulpolitik

Alle interessierten Einwohnerinnen und Einwohner sind herzlich am 16. November 2017 um 19 Uhr ins Café der Kulturgießerei (An der Reihe 5) eingeladen! Wir werden den aktuellen Entwurf des gemeindlichen Schulentwicklungsplanes und die Vorschläge für mögliche Schulstandorte vorstellen. Anschließend wollen wir über (linke) Perspektiven auf die Schöneicher Bildungspolitik, insbesondere zu einer weiterführenden Schule, diskutieren.

 

 

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